Offener Brief

 
 

 

an den Präsidenten der Russländischen Föderation, Wladimir W. Putin,
an Seine Exzellenz den Botschafter der Russländischen Föderation in Deutschland, Wladimir M. Grinin
an den Generalkonsul der Russländischen Föderation in Leipzig, Wjatschelaw A. Logutow,
an die Direktion des Luftfahrtsalons MAKS 2013,

 

Sehr geehrter Herr Präsident,
Eure Exzellenz,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

ich bin Slawist mit einer großen Liebe zu Russland. Und ich bin freiberuflicher Luftfahrt-Journalist und habe in dieser Funktion seit 2001 regelmäßig von der größten russischen Luftfahrtschau MAKS für namhafte Fachmedien und Tageszeitungen berichtet. Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist ein bekannt wichtiger Wirtschaftsfaktor für Russland und hat in den vergangenen Jahren viele Errungenschaften hervorgebracht, auf die die in diesem Sektor Beschäftigten stolz sein können.

 

Gerne hätte ich auch in diesem Jahr von diesem wichtigen Ereignis berichtet.
Ich habe mich jedoch entschieden, den MAKS 2013 nicht zu besuchen.


Dies ist meine, in Ihren Augen vielleicht ohnmächtige und nutzlose Art, meinem Protest gegen die aktuellen anti-demokratischen Maßnahmen der russische Politik Ausdruck zu verleihen - doch ich schulde sie der Idee der Demokratie und mir selbst. Als Stichworte nenne ich ohne den Anspruch auf Vollständigkeit das neue Anti-Homosexuellen-Gesetz, die völlig überzogenen Haftstrafen gegen Mitglieder der Punkband Pussy Riot, die augenscheinlich inszenierte juristische Verfolgung des Oppositionspolitikers Andrej Nawalnij, die zunehmende Einschüchterung von zivilgesellschaftlichen Strukturen wie Nicht-Regierungs-Organisationen und Oppositionellen Parteien sowie anhaltende Verstöße gegen die Menschenrechte etwa in Tschetschenien. Ich bin mir sicher, das eine stärkere Zivilgesellschaft und eine gefestigte Opposition wichtig für Russland auf dem Weg zu einem besseren Gemeinwesen sind.

 

 

Dr. Robert Kluge